AS-Interface für Effizienz und Flexibilität im Silo
Weltweit nutzen Unternehmen aller Branchen einfache Verdrahtungs- und Automatisierungstechnologien, um Effizienz und Anlagenverfügbarkeit zu steigern. Die bewährte AS-i Technologie überzeugt mit hoher Zuverlässigkeit, Störsicherheit und umfassenden Diagnosemöglichkeiten.

Foto: ifm
Ein typisches Einsatzgebiet sind Siloapplikationen, etwa in Weizen- und Getreidesilos, Kraftfutter- und Mischfutterwerken sowie Mühlen. In der Nahrungsmittelindustrie spielen moderne Silo-Produktionsanlagen eine zentrale Rolle bei der Lagerung und Verladung von Mehl, Weizen und anderen Rohstoffen. Ein störungsfreier, effizienter Betrieb ist essenziell für höchste Produktqualität.
Dennoch sind in vielen dieser Anlagen noch herkömmliche Parallelverdrahtungen im Einsatz – mit zahlreichen Vor-Ort-Schaltkästen, parallel verlaufenden Leitungsbündeln und unzähligen Klemmstellen. Diese Verdrahtung ist hier nicht nur aufwändig, sondern auch fehleranfällig und kostenintensiv.
Dank der freien Topologie lassen sich E/A-Punkte in der Anlage auf kürzestem Weg erreichen. Wo früher volle Kabeltrassen dominierten, genügt heute ein einziges gelbes AS-i Flachkabel – es übernimmt sowohl die Energieversorgung als auch die Datenübertragung für Sensoren und Aktuatoren bis hin zur Steuerung.
Zur Anbindung an übergeordnete Systeme wie beispielsweise PROFINET, Profibus DP, EtherNet/IP oder EtherCat stehen AS-i Master zur Verfügung.
Aufgeräumte Kabeltrasse und übersichtliche Schaltschränke
Parallelverdrahtung bedeutet zahlreiche Klemmstellen, hohen Verdrahtungsaufwand und eine komplexe Wartung. Besonders bei der pneumatischen Betätigung von Schiebern oder Klappen mittels Magnetventilen wird der erhebliche Installationsaufwand deutlich.
Herkömmliche Parallelverdrahtung
In diesen Applikationen sind zahlreiche Übergabe- und Entnahmezellen gleichmäßig verteilt. Die herkömmliche Verdrahtung erfordert hier einen enormen Installationsaufwand. Mit AS-i hingegen lassen sich alle E/A-Punkte effizient über das gelbe AS-i Flachkabel erreichen.
Ob Klappenstellungen abfragen, Schieberpositionen melden oder Entnahme-Zellen aktiv steuern – mit AS-i lässt sich all das mühelos realisieren. Weder bei der Installation noch bei der Wartung sind spezielle Bus-Kenntnisse erforderlich. Nicht ohne Grund gilt AS-i als echte „Plug-and-Play“-Lösung.

Foto ifm: AS-i AirBox: Pneumatik und AS-i – eine clevere Kombination
Perfektes Team: AS-Interface und Pneumatik
In Silo-Applikationen kommt häufig Pneumatik zum Einsatz – sei es zur Betätigung von Klappen oder zur Ansteuerung von Ventilen. Hier spielt AS-i mit der AirBox seine Stärken aus: eine kompakte Kombination aus AS-i E/A-Modul und per AS-i ansteuerbarem Magnetventil.
Die Installation ist denkbar einfach: Das gelbe Flachkabel wird ins Unterteil der AirBox eingelegt, das Oberteil aufgesetzt und per Schieber sicher verbunden – der Kontakt zum AS-i Kabel ist sofort hergestellt. Diese innovative Schnellmontagetechnik spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten.
Für die Abfrage von Klappenstellungen, etwa mit induktiven Sensoren, bietet die AirBox bis zu vier Eingänge. Der Anschluss der Druckluftversorgung und des Aktuators erfolgt über Standard-Pneumatik-Schläuche. Ein praktisches Extra: Dank der integrierten Handbetätigung lässt sich ein Pneumatik-Test auch ohne Spannungsversorgung durchführen.
Kosten senken mit AS-Interface
In der Pneumatik bedeutet Kosten sparen vor allem, Leckagen zu vermeiden. Hier punktet die AirBox mit ihrer dezentralen Bauweise: Das Ventil sitzt direkt am Aktuator. Dadurch ergeben sich schnelle Schaltzeiten und kürzere Pneumatik-Schläuche, die eine Druckabsenkung im System ermöglichen – ein entscheidender Faktor zur Senkung von Energiekosten und Leckageverlusten.
Die bewährten Vorteile von AS-i – geringe Installationskosten, reduzierte Stillstandzeiten, einfache Wartung und flexible Erweiterbarkeit – kommen somit auch in der Pneumatik voll zum Tragen.
Condition Monitoring nutzt AS-Interface
AS-i lässt sich auch im Bereich des Condition Monitoring effektiv einsetzen. So kann beispielsweise die Überwachung von Antrieben hinsichtlich Temperatur, Vibration und Drehzahl nahtlos ins AS-i System integriert werden. Temperaturmessungen und Schwingungsdiagnosen an Antrieben lassen sich mit einem einzigen AS-i Analogeingangsmodul realisieren.
Ein Beispiel: Für die Drehzahlüberwachung von Antrieben – inklusive der Meldung von Über- oder Unterschreitungen – kommt ein klassisches AS-i Eingangsmodul zum Einsatz, kombiniert mit einem Drehzahlwächter und einem induktiven Sensor. Der Drehzahlwächter wird über die moneo configure Software parametriert, wobei die Drehzahlgrenze beispielsweise für die Unterschreitung festgelegt wird. Dieser Zustand wird dann über das AS-i Modul an die Steuerung übermittelt. Die Drehzahl des Antriebs kann direkt vor Ort am Drehzahlwächter über die 7-Segment-LED-Anzeige abgelesen werden.


Auch in explosionsgefährdeten Bereichen, wie sie im Bereich von Silos oder der Mehlverarbeitung oft vorkommen, kann AS-i problemlos eingesetzt werden. Mit der ATEX-Zulassung für den Ex-Bereich (Zone 22, nicht leitende Stäube; II 3D) können verschiedene AS-i Komponenten verwendet werden, um die komplexe Parallelverdrahtung zu ersetzen.
Fazit
AS-i bietet eine effiziente und kostensparende Lösung für eine Vielzahl von Anwendungen, von der einfachen Verdrahtung bis hin zur Integration in explosionsgefährdete Bereiche. Durch die dezentrale Struktur, schnelle Installation und Wartung sowie die Möglichkeit der flexiblen Erweiterung trägt AS-i zur Reduzierung von Installationsaufwand, Energiekosten und Stillstandzeiten bei. Insgesamt bietet AS-i eine zuverlässige, benutzerfreundliche und zukunftssichere Lösung für Automatisierungssysteme.



